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| Volkswagen L1 2009 |
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Dieses Fahrzeug ist ein Prototyp. Es kann nicht gekauft werden!
Retrospektive: Vor sieben Jahren pilotierte Dr. Ferdinand Piëch, damals Vorstandsvorsitzender und heute Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG, einen Prototypen von Wolfsburg nach Hamburg, wie es ihn nie zuvor gegeben hatte: das Volkswagen 1-Liter-Auto – weltweit das erste Auto mit einem Verbrauch von einem Liter Kraftstoff. Mann und Maschine schrieben Automobilgeschichte. Im April 2002 jedoch war auch klar, dass die Zeit für eine Serienfertigung des 1-Liter-Autos weit in der Zukunft liegen würde. Allein die Herstellung der Karosserie aus einem mit Carbonfasern verstärktem Kunststoff (CFK) war aus Kosten gründen nicht darstellbar. Doch schon 2002 prophezeite Dr. Ferdinand Piëch, dass die Zeit für das 1-Liter-Auto und CFK als industriell ein setzbarem Werkstoff kommen würde. 2009 nun ist es so weit: Volkswagen macht auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September) mit der zweiten Generation des Geniestreichs eindeutig klar: Der L1 wird entwickelt; als Update der Zukunft. Mit komplett neuer Technologie und neuem Design. Revolutionär und seriennah.
„Es ist eine gigantische Herausforderung, die Fertigung des Monocoque aus CFK im Hinblick auf die Kosten in den Griff zu bekommen“, so Dr. Ulrich Hackenberg, Volkswagen Markenvorstand des Bereichs Entwicklung. Technisch wie optisch gilt die CFK-Karosserie bereits jetzt als eine Meisterleistung im Automobilbau. Einmalig dabei: das Verhältnis der Dimensionen. Während die Länge des L1 mit 3.813 Millimetern noch in etwa der eines Volkswagen Fox und die Höhe von 1.143 Millimetern fast der eines Lamborghini Murciélago entspricht, gibt es für die aerodynamisch optimierte Breite (1.200 Millimeter)weltweit keine Vergleichsgröße. L1-Philosophie – Definition einer neuen Automobilart Volkswagen hatte bei der Entwicklung beider Prototypen-Generationen schlichtweg alles in Frage gestellt, was für gewöhnlich ein Auto auszeichnet. Zentraler Ausgangspunkt war dabei der Karosserieaufbau und damit eine Kernfrage: Wie muss ein Auto aussehen und beschaffen sein, das so wenig Energie wie nur möglich verbraucht? Die logische Antwort: extrem aerodynamisch und leicht. Das allerdings unter einer nicht zu diskutierenden Bedingung: maximale Sicherheit. Der Lösungsansatz: ein schmaler Zweisitzer mit CFK-Karosserie! Die dazu passende Sitzanordnung steuerten die kompromisslos aerodynamischen Segelflugzeuge bei: hintereinander. Denn das reduziert die Widerstandsfläche. Ähnlich wie bei einem Segler, erfolgt denn auch der Einstieg in die Studie über die seitlich öffnende Dachhaube. Mit der zweiten Generation wurde das Konzept weiter geschärft, jedes Bauteil neu konstruiert, ein spezielles Fahrwerk mit Alukomponenten ent wickelt und vor allem die entscheidende CFK-Technologie aus der Formel 1 und dem Flugzeugbau in die Automobilfertigung trans feriert und mit dem in dieser Form einmaligen Hybridantrieb seriennah kombiniert. 2013 wäre eine gutes Jahr für den Beginn der Zukunft.
Die Schaltarbeit übernimmt an Bord des L1 mit dem 7-Gang-DSG eines der innovativsten Automatikgetriebe der Welt. Gegenüber der zum Beispiel im neuen Polo eingesetzten Version wurde das Doppelkupplungsgetriebe um die Kupplungsansteuerung des Hybridmoduls erweitert. Darüber hinaus wurden die einzelnen Übersetzungen so optimiert, dass trotz des extrem niedrigen Verbrauchs ansprechende Fahr leistungen realisiert werden konnten. In das DSG-Gehäuse integriert wurde, wie skizziert, das Hybridmodul; es befindet sich dort an der Stelle des üblichen Schwungrades. Der mit ABS und ESP ausgestattete L1 ist bis zu 160 km/h schnell – in Anbetracht des Verbrauchs eine Sensation. Aus dem Stand heraus maximal beschleunigt, erreicht der Zweisitzer nach nur 14,3 Sekunden 100 km/h. Lediglich 10 Liter groß ist der Kraftstofftank. Der allerdings ermöglicht bei 1,38 Litern Durchschnittsverbrauch eine theo retische Reichweite von rund 670 Kilometern.
Technisch wie optisch gilt diese Karosserie aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) bereits jetzt als eine Meisterleistung im Automobilbau. Einmalig dabei: das Verhältnis der Dimensionen. Während die Länge des L1 mit 3.813 Millimetern noch in etwa der eines Volkswagen Fox und die Höhe von 1.143 Millimetern fast der eines Lamborghini Murciélago entspricht, gibt es für die aerodynamisch optimierte Breite (1.200 Millimeter) weltweit keine Vergleichsgröße. Aus CFK bestehen das zweisitzige Monocoque inklusive Rohrrahmenfahrersitz und Soziussitz sowie die Karosserieaußenhaut. Türen gibt es keine. Stattdessen steigen Fahrer und Sozius von oben in den L1 ein. Dazu wird über den Sitzen eine elektrisch betätigte Einstiegshaube geöffnet und geschlossen. Scheinwerfer und Rückleuchten greifen ausnahmslos auf LED-Technik zurück, die sehr viel weniger Energie verbraucht. Komplett verkleidet sind die hinteren Räder; die Radabdeckungen lassen sich zum Wechseln der Michelin-Leichtlaufreifen („Energy Saver“: vorn 95/60 R16, hinten 115/70 R16) abnehmen. Komplett verkleidet ist zudem der Unterboden. Die Kühlung des 0.8 TDI erfolgt durch seitlich in die Karosserie integrierte, adaptive Luftführungen, die je nach Betriebszustand der Hybrid-Einheit und Geschwindigkeit automatisch geöffnet und geschlossen werden. Manuell geöffnet wird wie gewohnt die Heckklappe. Auch sie besteht aus CFK. Unter ihr verbirgt sich der Handgepäckraum (50 Liter Volumen).
Carbonfaserverstärkter Kunststoff besteht, der Name sagt es, aus mehreren Lagen hochfester Carbonfasern, die in eine hochzähe Matrix eingebunden sind. Dieser Materialmix ergibt einen extrem tragfähigen und leichten Verbundwerkstoff. Eine Karosserie wie die des L1 aus CFK nach industriellen Maßstäben zu fertigen, war bis dato nicht dar stellbar. Deshalb blieb CFK Kleinstserien, wie es sie im Flugzeugbau oder Motorsport gibt, vorbehalten. Volkswagen ist es nun gelungen, einen serientauglichen und wirtschaftlichen Weg zu finden, CFK-Teile in relevanten Mengen herzustellen. Weshalb CFK für die L1-Karosserie der ideale Werkstoff ist, zeigt das Thema Gewicht. Der L1 wiegt lediglich 380 Kilogramm, das entspricht dem Gewicht eines sehr hochwertigen, voll ausgestatteten Touren-Motorrades der 1200er-Klasse. Beim L1 allerdings handelt es sich nach wie vor um ein Auto. Von den 380 Kilo Gesamtgewicht entfallen 122 Kilo auf die komplette Antriebseinheit, 79 Kilo auf das Fahrwerk, 35 Kilo auf die Ausstattung und 20 Kilo auf die Elektrik. Bleiben 124 Kilogramm, und genau so viel wiegt die Karosserie. 124 Kilo, die sich weiter sezieren lassen: 64 Kilo gehen auf das Konto des CFK-Monocoque inklusive integriertem Sozius-Sitz, 28 Kilo wiegt die gesamte CFK-Außenhaut, 19 Kilo die CFK-Einstiegshaube, 9 Kilo der CFK-Fahrersitz und 4 Kilo die LED-Scheinwerfer. Nur zum Vergleich: Die Karosserie des legendären Lupo 3L – dem bis heute kleinsten, je in Serie gebauten Volkswagen – wog 306 Kilo, das gesamte Auto leichte 813 Kilo. 433 Kilo mehr als der L1. Und es gibt weitere Vorteile: die extreme Belastbarkeit des Materials sowie die ideale Formbarkeit im Hinblick auf anspruchsvollste Design-Merkmale. Design – alles anders und doch typisch Volkswagen. Das konstruktive und gestalterische Layout des L1 – Funktion und Form – bilden kompromisslos eine Einheit. Dazu Walter de Silva, Chef designer der Volkswagen AG: „Das Design des L1 ist das Ergebnis einer Neudefinition der klassischen, ästhetischen Fahrzeugmerkmale. Besonders signifikant sticht dabei natürlich die fast raketenförmige Linien führung ins Auge. Alle beweglichen Teile sind so bündig integriert, dass die Karosserie wirklich an den Rumpf einer Rakete oder eines Jets erinnert. Es ist eine Karosserie, die die Luft mit minimalem aerodynamischen Widerstand zerteilt.“ Ein Cw-Spitzenwert von 0,195 und 1,02 m2 Stirnfläche (Cw x A = 0,199 m2) meißeln diese Aussage in das CFK. Und so sieht sie aus, die aerodynamischste Frontpartie der Welt: „Die typische Anordnung der herkömmlichen Scheinwerfer und des in der Mitte befindlichen Kühlergrills wären hier gänzlich ungeeignet gewesen“, so de Silva. „Aus diesem Grund haben wir ein minimalistischeres Layout gewählt und die Scheinwerfer in einen neutralen horizontalen Streifen integriert, der ein Gefühl von Weitsicht und Modernität vermittelt.“ Der Chefdesigner weiter: „In gewisser Hinsicht haben wir das gleiche Prinzip wie für die Front des Scirocco angewandt, bei dem die Scheinwerfer ja durch einen schwarzen glänzenden Streifen miteinander verbunden sind und sich das Markenzeichen auch auf der Motorhaube befindet. Und das unterstreicht den dynamischen Charakter dieses Autos.“ Die extreme Aerodynamik formt auch den Heckbereich mit seinem Diffusor und den hier komplett verkleideten Rädern. Auffälligstes Feature in der Totalen von hinten: Die in die Luftaustrittsöffnungen des TDI eingearbeiteten LED-Rückleuchten. De Silva: „Die gleichen stilistischen Merkmale wie vorne finden sich auch am Heck wieder, wobei wir hier durch die im Grill der beiden Austrittsöffnungen integrierten Rückleuchten eine noch aerodynamischere Erscheinung haben. Ein weiteres, prägendes Merkmal ist der Luftauslass direkt hinter dem Cockpit – ein fast abstraktes, graphisches Element, das die nüchterne Ästhetik dieses Fahrzeugs unterstreicht.“ Aufgrund der niedrigen Sitzposition des Fahrers gibt es ein zusätzliches Fenster im Dach, um insbesondere Ampeln ideal einsehen zu können.
Technische Daten
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| Verbrennungsmotor | ||
| Bauart | R2 | |
| Maximalleistung | 29/39 | [kW] / [PS] |
| Maximaldrehzahl | -- | [1/min] |
| Maximales Drehmoment / Drehzahl | 100 / -- | [Nm] / [1/min] |
| Nennspannung | -- | [V] |
| E-Maschine | ||
| Bauart | -- | |
| Maximalleistung | 10/14 | [kW] / [PS] |
| Maximaldrehzahl | -- | [1/min] |
| Maximales Drehmoment / Drehzahl | -- / -- | [Nm] / [1/min] |
| Nennspannung | -- | [V] |
| Elektrischer Energiespeicher | ||
| Bauart | Lithium-Ionen | |
| Energieinhalt | -- | [kWh] |
| Nennspannung | 130 | [V] |
| Zellen / Module | -- / -- | [--] / [--] |
| Maximale Leistung | -- | [kW] |
| Gewicht | -- | [kg] |
| Abmessungen | ||
| Länge | 3813 | [mm] |
| Breite | 1200 | [mm] |
| Höhe | 1143 | [mm] |
| Radstand | -- | [mm] |
| cW-Wert | 0,195 | [--] |
| Querschnittsfläche | 1,02 | [m2] |
| Gewicht | ||
| Leergewicht (nach EU) | 380 | [kg] |
| Zulässiges Gesamtgewicht | -- | [kg] |
| Zulässige Anhängelast (gebremst/ungebremst) | -- | [kg] / [kg] |
| Verbrauch | ||
| Innerorts | -- | [l/100km] |
| Ausserorts | -- | [l/100km] |
| Kombiniert | 1,38 | [l/100km] |
| Reichweite | 670 | [km] |
Quelle: Volkswagen