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Das jetzt realisierte
System lässt bereits im europäischen Fahrzyklus eine Senkung der CO2-Emissionen
um mehr als 20 Prozent erwarten - im Autoalltag dürfte dieser Wert bis zu 30%
steigen, da der Hybridantrieb vor allem im Stadtverkehr seine Stärken ausspielen
kann.
Die innovative Hybridantriebstechnik wurde für die Erprobungsphase in mehrere
Prototypen auf Basis des aktuellen Land Rover Freelander integriert - sie ist aber so
flexibel und modular angelegt, dass sie mit einer Vielzahl von Modellen und
Antrieben aus dem Land Rover-Programm kombiniert werden kann.
Das in London präsentierte Forschungsprojekt gehört zu den umfassenden Vorhaben, mit denen
Land Rover den Schutz der Umwelt vorantreiben will. Zusammengefasst hat das
Unternehmen diese Initiativen unter dem Oberbegriff der "e_TERRAIN TECHNOLOGIES".
Ziel der Land Rover-Ingenieure war, eine "parallele" Hybridanordnung zu schaffen,
die perfekt mit Allrad- und Zweiradantrieb harmoniert. Wie bei allen parallelen
Hybridlösungen sorgt auch hier entweder ein Elektromotor oder der Diesel für
Vortrieb - bzw. eine Kombination aus beiden Aggregaten. Entwickelt wurde der
Diesel-ERAD-Hybridantrieb im Rahmen eines Projekts zur Verringerung des CO2-Ausstoßes, das der "Energy Saving Trust" der britischen Regierung unterstützt.
Als einer der ersten Hersteller hat Land Rover hier einen hoch entwickelten,
sauberen und sparsamen Diesel in ein Vollhybridsystem implantiert - und dafür
ERAD entwickelt: den Hinterachs-Elektroantrieb oder "Electric Rear Axle Drive". Er
besteht im Wesentlichen aus einem leistungsstarken bürstenlosen 300-Volt-Motor,
der 25 kW Dauerleistung und Leistungsspitzen von bis zu 35 kW erbringt. Das
maximale Drehmoment von 200 Nm liegt - wie bei Elektrotriebwerken üblich - sofort
beim Start des Motors vor. Dank ERAD kann ein Land Rover allein mit Elektrokraft
angetrieben werden, wodurch der CO2-Ausstoß im Stadtverkehr drastisch sinkt.
Mittels des Hinterachselektroantriebs ERAD ist sowohl der Allradantrieb, als auch nur
der Antrieb von Vorder- bzw. der Hinterachse möglich, je nachdem wie viel Traktion
für die jeweilige Fahrsituation benötigt wird.
Als zweites Schlüsselelement des Diesel-ERAD-Hybridantriebs setzte Land Rover
den Integrierten Kurbelwellen-Starter-Generator CISG (Crankshaft Integrated Starter
Generator) ein. CISG befindet sich innerhalb des Doppelkupplungsgetriebes der
Prototypen und fungiert zum einen als zusätzliche Antriebsquelle und zum anderen
in gerade einmal 400 Millisekunden als Anlasser des Vierzylinder-Dieselmotors -
inklusive einer verbrauchs- und emissionssenkenden Stopp-Start-Automatik. Sowohl der Elektromotor als auch der Kurbelwellen-Starter-Generator CISG können
außerdem zum regenerativen Bremsen verwendet werden: Beim Bremsen gewinnen
sie Energie zurück und laden auf diese Weise die eigens für dieses Projekt
entwickelte Batterie auf.
Als Energiespeicher der Prototypen fungiert eine moderne
Lithium-Ionen-Batterie, die im Kofferraum platziert ist und nicht mehr Platz als ein normales Reserverad
beansprucht. Lithium-Ionen-Batterien sind nicht nur leichter als die heute in vielen
Lösungen verwendeten Nickel-Metall-Hybrid-Einheiten, sie können auch mehr
Energie speichern und schneller aufgeladen werden. Land Rover verwendet in
seinen Testfahrzeugen spezielle Lithium-Ionen-Batterien mit dem Namen "Lithium
NanoTitanate", die keinen Memory-Effekt kennen und besonders umweltfreundlich
sind, da sie weder Schwermetalle noch giftige Materialien enthalten. Diese Batterien
erzeugen 288 Volt und akzeptieren eine energiereiche Schnellladung, die in einem
einzigen Ladevorgang zwölf Mal länger als eine vergleichbare Nickel-Metall-Hybrid-Batterie hält.
Ein weiterer Beitrag zu weniger Verbrauch ist die elektrohydraulische
Servolenkung der Freelander-Prototypen, die nur dann Druck aufbaut, wenn er auch wirklich
benötigt wird und somit weniger Energie vom Motor verbraucht. "Terrain Response" weiter entwickelt
Gekoppelt ist der Diesel-ERAD-Hybridantrieb mit einer Weiterentwicklung des von
Land Rover erfundenen und vielfach prämierten "Terrain
Response"-Systems: In seiner jüngsten Evolutionsstufe nutzt "Terrain Response" alle Vorteile der
Hybridtechnologie und gewährleistet daneben wie gewohnt ein Maximum an Traktion
und Sicherheit auf jedem Untergrund. In den Prototypen stehen fünf "Terrain
Response"-Programme zur Verfügung: "Eco" als Standardmodus im Zweiradbetrieb,
"Dynamic" in Zweirad- oder Vierradbetrieb sowie "Gras/Schotter/Schnee", "Schlamm"
und "Sand" jeweils im Vierradbetrieb. In allen Modi entscheidet die Steuerung
selbsttätig und flexibel über den besten Antriebsmix zwischen Diesel und E-Motor
sowie über Zwei- oder Vierradantrieb.
Neben der Diesel-ERAD-Hybridlösung entwickelt Land Rover zahlreiche weitere
Technologien, die den Ausstoß von Emissionen verringern und den Verbrauch
senken. Ihre Markteinführung ist sukzessive in den kommenden Jahren vorgesehen.
Den Anfang macht im kommenden Jahr eine Stopp-Start-Automatik, die ab 2009
beim handgeschalteten Land Rover Freelander mit Dieselaggregat zur Serienausstattung zählen wird - gefolgt von vielen weiteren Innovationen, wie
Hybridantrieben oder einer besonders ausgeprägten Leichtbauweise.
Quelle: Land Rover
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